Am nächsten Tag haben wir uns noch die Mienen angeschaut: erstmal wurde die Mienenkleidung angezogen, dann an einer tienda angehalten, um noch Cocablätter und Zigarren für tío Jorge (und uns selbst :P) zu kaufen. Tío Jorge (also "Onkel Jorge") ist eine Figur, die sich im Pausenraum der Mienenarbeiter befindet und durch Geschenke wie die oben genannten passt er auf sie auf. Ausserdem durften wir den 96-prozentigen (!) Whisky probieren, der dort in den Pausen manchmal getrunken wird.
| ein bisschen zu gross war die Kleidung ja schon... |
Die Arbeit in den Mienen ist sehr hart und wenn gesprengt wird, bleibt den Männern 4-5 Minuten Zeit, sich ca. 100 m vor der Explosion in Sicherheit zu bringen.
Sie arbeiten 6-8 Stunden am Tag und kauen in der Zeit viel Coca, um während der Arbeitszeit keinen Hunger zu bekommen und besser durchzuhalten. In den Mienen von Potosí arbeiten an die 10.000 Männer und 40-50 Chefs. Am Tag verdient ein Mienenarbeiter hier zwischen 80 und 100 Bolivianos.
Man sagt, in den Mienen würden keine Frauen arbeiten, da die Pachamama (die "Göttin der Erde") sonst eifersüchtig wäre. "La Pachamama se pone jelosa!" Ich fand die Tour sehr interessant, war aber am Ende froh, wieder das Tageslicht sehen zu können.
Man sagt, in den Mienen würden keine Frauen arbeiten, da die Pachamama (die "Göttin der Erde") sonst eifersüchtig wäre. "La Pachamama se pone jelosa!" Ich fand die Tour sehr interessant, war aber am Ende froh, wieder das Tageslicht sehen zu können.
Am selben Abend ging es dann weiter nach Sucre, wo am nächsten Tag unser Zwischenseminar zusammen mit den anderen Freiwilligen aus Santa Cruz anfing. Es war total schön, die Leute vom Vorbereitungsseminar wiederzusehen und auch den Rest der Freiwilligen Boliviens kennenzulernen und sich auszutauschen.
Hier wurde natürlich viel reflektiert, präsentiert, diskutiert usw. und ich persönlich hab dort auch den nötigen Motivationsschub für mein Projekt bekommen. Wie ich schon erwähnt habe, ist das Pläneumsetzen hier nicht ganz einfach, aber schliesslich war das Seminar genau dafür da, einem nochmal in den Hintern zu treten.
Und um uns nebenbei noch ein bisschen zu mästen, gab es 5x am Tag Essen und mittags vier Gänge!
Abends waren wir Sucre anschauen, z.B. auch die "casa de la libertad", in der sich die Unabhängigkeitserklärung befindet und haben uns traditionelle Tänze angeschaut und sind am Freitag alle zusammen in einen Club mit riesen Terrasse gegangen. Dazu hab ich mich trotz Bauchweh überwunden, aber das ist hier und bei so viel Essen ja sowieso nix Neues...
Was aber für Einige vielleicht neu ist: nicht La Paz ist die Hauptstadt Boliviens, sondern Sucre. La Paz ist "nur" Regierungssitz.| in Sucre |
Wieder ein interessanter Beitrag Nathy, detailliert, informativ und spannend geschrieben. Es packt einen das Fernweh, die Welt hat so viel Interssantes, Geheimnisvolles und auch traurig Realistisches zu bieten.
AntwortenLöschenDa paßt der Spruch von Wilhelm Busch : Viel zu spät begreifen viele, die versäumten Lebensziele....Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur....Darum Mensch, sei zeitig weise, höchste Zeit ists : Reise, reise...In Gedanken stets bei Dir und alles Liebe...<3