Ich bin um halb eins nachts Ortszeit endlich in La Paz angekommen - aber alleine vor allen anderen. Am Flughafen in Muenchen gabs die erste Ueberraschung: meine Mitfreiwilligen Vera und Sebi waren nicht da, wo sie sein sollten. Am Telefon erklaerte mir die voellig verpennte Vera dann, dass wir uns nicht morgens um 6, sondern abends um 18 Uhr treffen, aber nach nem Blick auf meinen Reiseplan musste ich leider feststellen, dass ich dan wohl alleine fliegen werde. Man kann sich ja denken, wie begeistert auch meine Mama war, die mich nicht mal gerne alleine weite Strecken mit dem Zug fahren laesst :). Ich selbst bin auch nicht gerade in Freudenspruenge ausgebrochen - erstens bin ich noch nie ohne jemand anderen geflogen und zweitens haette ich mich gerne mit "Gleichgesinnten" gefreut und unterhalten. Eine nette Dame vom Service hat sich dann bemueht, mir einen Mann herzuschleppen, an den ich mich bis Lima wenden konnte. An dieser Stelle nochmal Danke an Winfried!
Das Fliegen an sich war fuer mich nach 6 Jahren natuerlich faszinierend und ich war begeistert, auf dem 12-Stunden-Flug einen Fensterplatz zu haben :) .
Die Reise verlief fast ohne Probleme, ab Lima war ich dann aber auf mich selbst gestellt. Bis auf kleine Verstaendigungsprobleme und dem Umraeumen von ein paar Kilo vom Koffer ins Handgepaeck ging alles gut und ich habs hingekriegt, mich in den richtigen Flieger zu setzen.
In Madrid hatte mich meine Mutter nochmal angerufen und gesagt, in La Paz wuerde mich jemand abholen - leider war das dann nicht so. Das war wohl die boeseste der boesen Ueberraschungen. Nach der anstrengenden Reise war ich ziemlich am Verzweifeln und war dankbar, dass ein netter Taxifahrer (ja, es war ein serioeser und ich hab drauf geachtet ;) ) mir geholfen hat, mit der Organisation in Deutschland in Verbindung zu treten. Dort hat man aber keinen erreicht, der mich abholen koennte und deshalb bin ich dann in ein Hotel gefahren. Trotz der weniger tollen Umstaende war ich absolut begeistert vom Blick nachts von El Alto auf La Paz (die beiden Staedte haengen zusammen, der Hoehenunterschied liegt aber bei 900 m). Die Stadt, die so perfekt von den Bergen ins Tal uebergeht mit den vielen Lichtern im Dunkeln war einfach beeindruckend.
Weil aber immer alles auf einmal kommt, hat das Telefon im Hotel auf meinem Zimmer nicht funktioniert und ich musste erstmal die Leute an der Rezeption nerven, bitte nochmal da und da anzurufen. Ich hab letztendlich aber keinen mehr erreicht und trotz dem beunruhigenden Gedanken, dass jetzt niemand genau weiss, wo ich bin, bin ich innerhalb weniger Minuten eingeschlafen und war einfach froh, ein Bett zu haben. Nach 5 Stunden Schlaf gabs erstmal Fruehstueck im Bett mit dem ersten Koka-Tee (der fuer mich uebrigens ein bisschen schmeckt wie milder gruener Tee mit leichtem Nebengeschmack) und ne Dusche. Danach konnte ich uebers Internet auch endlich Leute von der giz in La Paz benachrichtigen.
Als mich jemand abgeholt hat (der gesagt hat, ich spreche gut Spanisch, was mich sehr motiviert hat ;) ) waren alle inklusive mir einfach unendlich erleichtert, dass alles gut ausgegangen ist.
Was ich zu der Geschichte noch dazu sagen moechte: ich mache nicht die giz dafuer verantwortlich und will auch nicht, dass es irgendjemand anderes tut. Bisher hat alles gut geklappt und ich wurde super vorbereitet. Das Problem lag nur bei der Person oder den Personen, die meinen Flug gebucht haben und das nicht weitergeleitet haben.
Mittlerweile sind aber die anderen Freiwilligen da, unser Zimmer im Hostel ist wieder ein einziges Chaos und ich bin irgendwie auch stolz, dass ich (fast) alleine eine Reise um die halbe Welt geschafft habe.
Neben alldem moechte ich mich auch nochmal bei allen daheim bedanken fuer die schoene letzte Zeit, die guten Wuensche und die Abschiedsgeschenke. Auch wenn ich absolut begeistert vom ersten Eindruck in La Paz bin, werdet ihr mir doch sehr fehlen. Wie ich am Samstag ungefaehr 100 x wiederholt hab, ich haette euch am liebsten alle mit ins Koefferle gepackt. :)
Eine Erlebnisreise, die Du ganz bestimmt nie wieder in Deinem Leben vergessen wirst ( und wir auch nicht ;-) ). In so einer Situation nicht zu verzweifeln, sondern die Chance zu nutzen hast Du gut hingekriegt ! Wir sind stolz auf Dich ! Wir schicken Dir herzliche Grüße auf die andere Seite der Erde und drücken Dich ganz fest . Es denkt an Dich jeden Tag Deine Mam
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