17. April 2012

Vecino Perú - eine lange Kurzfassung von zwei Wochen Urlaub

 Es war schon so lange mein Traum, einmal in den Regenwald zu gehen und während der Peru-Reise mit meinem Papa wurde er endlich wahr! Allgemein hat es einfach gut getan, zwei Wochen zu entspannen und - vor allem - im Warmen zu sein.
Los ging unsere Reise nach Copacabana, also nochmal an den Titicacasee. Neben der Isla del Sol waren wir diesmal auch auf der Isla de la Luna (Mondinsel). War zwar nicht besonders spannend, aber auf jeden Fall schön warm ;)

Von da aus sind wir erstmal ans Meer gefahren, nach Camaná, einer wenig touristischen Stadt. Danach ging es Richtung Norden nach Ica. Die Stadt liegt inmitten von Sandbergen und fuenf Minuten entfernt kommt man schnell zu einer Oase inmitten der Wueste. Dort war es wirklich sehr schoen, die Bilder sprechen fuer sich.
Ausserdem haben wir uns entschieden, Sandboarden zu gehen. Also sind wir erstmal mit nem Truck á la Achterbahn durch die Duenen gefahren, um von den hoechsten Punkten dann den Sand runterzuduesen. Da ich leider keinerlei Erfahrung mit Snowboarden hab und unser Guide auch noch meinte, ich haette zu kleine Fuesse fuer das Sandboard (man bedenke, ich war in Peru! Da sind kleine Fuesse nichts Seltenes...), konnte ich leider nur auf dem Bauch runterrutschen, aber es war total cool und hat echt Spass gemacht. Auch Ica an sich ist ganz schoen und es fahren voll viele kleine suesse gelbe Taxis rum. :P

Nach zwei Tagen in Ica kamen wir in Arequipa an, wo  ich mich auch kurz mit Sabi und Caro getroffen hab. Die beiden machen in Arequipa ein Freiwilligenjahr von unserer Schule aus. Viel Zeit zum Reden hatten wir zwar nicht, aber es hat mich trotzdem gefreut, dass wir uns ein bisschen austauschen konnten!
Der zweite Tag dort war so ziemlich vergammelt. Da mein Papa schon immer gerne Rad faehrt und ich, seit ich in Bolivien bin, auf keinem Fahrrad mehr gesessen bin, wollten wir uns urspruenglich welche ausleihen und ein bisschen die Gegend erkunden. Ja, nix wars... Und wenn, dann viiiel zu teuer. Also Eis gegessen, rumgelaufen, Souvenirs angeschaut, wieder gegessen, wieder rumgelaufen und abends dann weitergefahren nach Cusco. Auch wenn das eine sehr schoene Stadt sein soll, so hatten wir einfach keine Zeit, uns was anzuschauen, sondern mussten schauen, dass wir noch irgendwie den Zug einholen, der nach Machu Picchu faehrt. Eine nette Dame hat uns am Terminal abgefangen und das alles mal schnell fuer uns geregelt - Taxi, Zug und Hotel. Ohne sie haetten wir das wahrscheinlich nicht mehr hingekriegt... Machu Picchu ist eigentlich nur der Name des Bergs, der neben der riesigen Ruinenstaette der Inkas steht, heute wird aber alles zusammen als solcher bezeichnet. Der Machu Picchu ist eines der sieben Weltwunder und wurde vor ungefaehr 100 Jahren wiederentdeckt. Der Ort war eine eigene kleine Stadt inmitten der Berge und blieb sogar den spanischen Kolonisten verborgen. Zum Glueck, denn nur deshalb konnte sie mehr oder weniger erhalten und heute bestaunt werden. Eine Fuehrung hatten wir nicht, es gab aber anscheinend eigene Sektoren fuer Maenner und Frauen. Ausserdem konnte man sich ganz leicht zu den Fuehrungen dazustellen und ein bisschen zuhoeren, welche verschiedenen Interpretationen verschiedene Menschen zur Stadt hatten ;). Erstaunlich war vor allem die Zusammensetzung der Steine und das alles so perfekt ineinander gepasst hat. Und es war sicher eine ziemliche Arbeit, die Steine zurechtzuschleifen.
Also alles in allem ein Ausflug, der sich lohnt! Eigentlich, da waere nur noch die Geldsache...Am teuersten ist der Zug dorthin, ohne den man fast keine Moeglichkeit hat, die Ruinenstaette zu erreichen. Ausserdem mussten wir beim Eintritt den "Gringo-Preis" zahlen, das heisst, fuer Auslaender ist es teurer als fuer Einheimische. Wobei ich bezweifle, dass z.B. Bolivianer auch den extranjero-Preis zahlen muessen, da sie weniger Geld haben als die Peruaner. Durch den Touristen-Boom am Machu Picchu kommt da am Tag ein riesen Dollarbetrag raus und ich will nicht wissen, wo das Geld am Ende landet...

Das Dschungelbuch

Am naechsten Tag war dann der Dschungel-Ausflug nach Puerto Maldonado geplant. Leider haben wir uns dafuer die schlechtmoeglichste Fluggesellschaft ausgesucht: "Star" Peru. Erstmal hiess es, wir fliegen eine Stunde spaeter, letztendlich sassen wird aber sechs Stunden am Flughafen, bis uns angeboten wurde, am naechsten Tag zu fliegen und dafuer in einem a*schteuren Hotel zu schlafen. Abgesehen von ein bisschen Frust bin ich durch die Warterei aber mal wieder zum Zeichnen gekommen und das Hotel war auch nicht uebel. Wobei ich mich gefuehlt habe wie Jack in Titanic in der ersten Klasse mit dem ganzen Besteck und den unterschiedlichen Tassen fuer Kaba und Kaffee. Vor lauter Ueberlegen kommt man da fast nicht zum Essen, das muss echt anstrengend sein :D. Resultat: ich uebernachte dann doch lieber in nem 2-Euro-Backpacker-Hotel, das auch hygienisch und sauber ist und wo man morgens mit anderen Leuten wie am eigenen Fruehstueckstisch isst ;)
Am naechsten Tag um halb 10 ging der Flug dann wenigstens puenktlich und es war ein krasses Gefuehl, innerhalb von 40 Minuten vom Andenklima im feuchtwarmen Tropenklima zu landen. Von da aus sind wir ueber den "Río Madre de Dios", den breiten Fluss, zu unserer Lodge gefahren. Eine Lodge ist eine kleine Herberge fuer an die zehn Personen am Flussrand am Anfang des Dschungels gelegen. Wir haben eine sehr gute erwischt, da dort noch zwei echt tolle Affen und ein Papagei waren (der war nicht so toll, der wollte mich picken :D). Bei unseren Dschungeltouren waren die anderen Touristen anderer Lodges immer ganz fasziniert von Lola, dem etwas aelteren Affen, der mit auf Tour ging, und wir hatten ihn jeden Tag bei uns! :) Coco, der Spinnenaffe, war lieber in der Lodge und auch noch viiiel zu schuechtern.
Am ersten unserer drei Tage dort ging auf die "Isla de los monos", die Affeninsel, die fuer mich schon mit ein Entscheidungsgrund war, besagtes Programm zu buchen. Leider haben sich die monos aber nicht gezeigt. Am Abend fuhren wir abends wieder auf dem Fluss los, um nach Kaimanen (Krokodilen) zu schauen. Am naechsten Tag sind wir zu einem See gelaufen, um nach verschiedenen Tieren Ausschau zu halten. 10 km in Gummistiefeln zu laufen kann echt anstrengend sein, vor allem, wenn es einfach so unglaublich heiss ist und auch die Baeume kein bisschen die Luft abkuehlen. Insgesamt haben wir viele verschiedene Schmetterlinge gesehen, riesen Taranteln (die ich da gar nicht mehr so schlimm fand - vielleicht lag es am natuerlichen Lebensraum. Waere aber eine in meinem Bett gelandet, haette ich sicher geschrien - ein Biss toetet dich in 25 Minuten!) und verschiedene Voegel. Seeotter und Pyranhas gab es zwar auch, die haben sich aber nicht gezeigt. Die Affen waren fuer mich aber sowieso das Wichtigste ;).
Am letzten Tag konnten wir noch ueber eine Bruecke auf Hoehe der Baumgipfel laufen, Siplinen und Kayac fahren auf dem Fluss.
Da "Star" Peru sich am Freitag gleich nochmal um 4 Stunden verspaetet hat, sind wir letztendlich ueber Nacht ganz knapp vor dem Flug von meinem Papa nach Deutschland wieder in La Paz angekommen. Schnell Bilder ausgetauscht und alles umgepackt, dann ging es auch schon wieder nach El Alto hoch zum Flughafen. Meine Stimmung gegenueber La Paz war ziemlich zwiegespalten - auf der einen Seite hab ich schon das Stadtbild mit den Cholitas vermisst und auch die Kinder in meinem Projekt, auf der anderen Seite werd ich anscheinend immer sensibler gegenueber mega Auspuffwolken, Sirenenhupen und der Kaelte hier oben. Ist direkt nach dem Dschungel schon eine etwas negative Umstellung. Wenigstens waren wir Samstagabend gleich mal wieder feiern und mein Papa ist - mitsamt meiner Sonnenbrille - gut daheim angekommen. Hiermit nochmal danke fuer den schoenen Urlaub! :)

3 Kommentare:

  1. Hört sich toll an :)
    Das Bild in der Wüste ist mega!
    :*

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  2. So viele Eindrücke innerhalb 2 Wochen, mann Nathy du bist voll zu beneiden !!! Einmal über den am höchsten gelegenen schiffbaren See (Titicacasee) an die Westküste Perus zum Baden, dann über die Wüste (Sandsurfen) zum Dschungel (Affen, Schlangen, Spinnen) und zurück....Eine Traumreise...Liebe Grüße Ma

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