Aber wie das hier so ist, hat nicht von Anfang an alles so geklappt, wie wir uns das vorgestellt hatten. Zwei Wochen frueher hatten wir die Fahrt am 30. Dezember gebucht, nur nicht direkt im Terminal von La Paz, sondern bei einem symphatischen jungen Mann namens Sergio, der mich vor den Arcia-Ticketstaenden abgefangen hat und meinte, er koennte mir die Tickets verkaufen. Die oficina war auch direkt gegenueber vom Terminal, ich habe die recibos (also die Bestaetigungen fuers Zahlen) erhalten und dann war erstmal alles gut.
Einen Tag vorher ruft mich besagter Herr dann an und meint, morgen waere nun doch kein Bus frei. Woran das genau lag, hat man durch seinen starken Dialekt dann nicht richtig verstanden, aber anscheinend lag es am Meer-Streit, den Bolivien und Chile seit ueber einem Jahrhundert fuehren. Seit 1879 ist Bolivien Binnenstaat, hat also keinen Zugang mehr zum Meer und die Bolivianer sind deshalb immer noch sauer. Auch in Arica war in den Sand geschrieben:"Quiero mi mar! Bolivia <3" ("Ich will mein Meer! Bolivien").
Aufgrund dieses Streits war es anscheinend schwierig, ueber die Grenze zu kommen und so sind wir erst am naechsten Tag losgefahren. Auch die Fahrt ging laenger als gedacht, weil die Kontrollen an der Grenze zwei Stunden gedauert haben. In Arica angekommen freuten sich erstmal alle ueber die abends noch so warmen Temperaturen, die vielen Palmen und das dadurch aufkommende Urlaubsfeeling. Doch als wir am dortigen Terminal verzweifelt unser Busunternehmen fuer die Rueckfahrt gesucht und nicht gefunden haben, waren wir dann doch ziemlich sauer auf Sergio. Anrufen konnten wir ihn wegen schlechten Empfangs auch nicht, also wurde einfach ein neues Ticket gekauft. So teuer wars dann auch nicht, aber Sergio wird schon noch zur Rede gestellt!
Da wir sehr spaet angekommen sind und noch total Hunger hatten und deshalb sage und schreibe zwei Stunden (nie wieder!) auf Pommes gewartet haben, haben wirs um halb 12 dann noch an den Strand geschafft. Und da kann ich nur sagen: Silvester am Strand ist total schoen! Das Feuerwerk ging ca. ne Viertelstunde, man konnte ein Kleid tragen, am Meer sein und gemuetlich sein Bier trinken.
Eine Stunde spaeter kamen dann auch noch die Jungs an, die in einem anderen Bus gefahren sind und Mitternacht leider im Bus verbracht haben.
Auch unser Hostel war der absolute Volltreffer. "Sunny Days", ein paar hundert Meter vom Terminal und dem Strand entfernt. Sehr nette Besitzer und guenstig (obwohl Chile im Verhaeltnis zu Bolivien echt teuer ist, vergleichbar mit deutschen Preisen). Und das Schoenste ist, wir haben dort sogar Ulmer kennen gelernt! Ein kleines Stueckchen Zuhause ;). Im Hostel waren wir aber fast nur zum Schlafen, Fruehstucken und Kochen, den Rest des Tages und der Nacht haben wir am Strand auf unserer eigenen kleinen Grasinsel verbracht. Niemand hat uns verjagt, wir haben dort gegessen und getrunken und gesungen , waehrend Benny Gitarre gespielt hat. Was will man mehr? Der Urlaub hat sich also trotz Sergio total gelohnt und wenn man mit den richtigen Leuten am richtigen Ort ist, kann es nur gut werden.Von meinem Projekt gibt es bis naechsten Monat wahrscheinlich nichts zu berichten. Ich persoenlich mache gerade Heimarbeit, was meistens mit irgendwelchen Plakaten und Bildern zu tun hat und erst dann spannend wird, wenn das alles irgendwie im Chasqui eingebracht wird. Und ich fange jetzt an, meinen Geigenunterricht noch mehr zu strukturieren und den Schwimmunterricht zu planen.

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