21. Dezember 2011

Cumpleaños feliz!

Das C.C.C.Chasqui hatte am 14.Dezember Aniversario, also sein 23-jaehriges Jubilaeum. Dementsprechend wurde an diesem Tag auch veranstaltet, bedacht, geschmueckt und gefeiert.

Hier geht die Party!
Morgens waren erstmal alle Kinder eingeladen, die ins Chasqui kommen. Mit ihnen wurden Spiele gemacht, z.B. Sackhuepfen, die Mamas mitsamt unserer Chefin durften "Reise nach Jerusalem" spielen. Sah mit den dicken Roecken ziemlich witzig aus, wie man sehen kann.
Natuerlich wurden einige Reden gehalten, von Adela (unserer Chefin) und einigen "tíos". Es wurde an den Sinn des Projektes erinnert, an die Anfangszeit 1988 und die Entwicklung bis heute. Das Chasqui hat sich stark verandert in dieser Zeit.
Es gibt mittlerweile neben vielen Raeumen fuer die educación fuer unterschiedliche Altersgruppen sogar eine grosse Sporthalle, in der sich die Kinder austoben und Feste veranstaltet werden koennen und z.B. auch ein Musikzimmer, in denen Kinder und Jugendliche musizieren koennen. Franz, der dort hilft, hat mir auch erzaehlt, welchen Erfolg er darin sieht, mit den Jugendlichen ein bisschen zu musizieren, damit sie ihre teils schwierige Lage vergessen koennen. Andere enden aus diesem Grund z.B. im Alkoholkonsum.
Es gibt mittlerweile auch eine ziemlich gut ausgestattete Bibliothek und einen Aerzteraum.
Auch an die Tatsache, dass durch Spenden (das Chasqui ist eine NGO, wie ich schonmal geschrieben habe) alle Materialien finanziert werden koennen - Milch und Kakao, Papier, Kartons, Schreibmaterialien etc., sollte gedacht werden. (Fast) Jeden Tag bekommen die Kinder gegen 11 Uhr morgens und 17 Uhr abends ein "refrigerio", also meistens ein warmes Getraenk und ein Broetchen dazu.
Ausserdem wird so auch teils das Gehalt der Erwachsenen finanziert und zusaetzlich konnten durch die GIZ noch notwendige Dinge angeschafft werden, wie ein Computer oder zwei neue Geigen.
Nach den Reden wurden an einige Kinder Zertifikate verteilt und es wurden wieder Taenze aufgefuehrt. Unter anderem zu diesem Lied, das ich extrem cool finde, dessen Interpreten hier aber anscheinend sehr verschrien sind - vergleichbar bei uns mit Tokio Hotel:


Der Abend war dann fuer uns Aeltere reserviert, zwischen 13 und 16 Uhr war also erstmal Pause. Die Kinder sind gegangen und wir haben erstmal ein paar Stunden zu dem tollen Lied da oben getanzt und uns irgendwie sonst die Zeit vertrieben, bis dann um 18 Uhr die Letzten im Veranstaltungsraum eingetrudelt sind. So viel zur Puenktlichkeit hier.
Ich wollte zu dem Tag auch etwas beitragen und hab mit ein paar Anderen dann "Viento de Cambio" (Wind of Change auf Spanisch, am Anfang etwas seltsam) einstudiert und aufgefuehrt.
Anscheinend kam das Lied ziemlich gut an, was mich freut, auch wenns nicht so unglaublich professionell vorgetragen war.
Es gab noch einige Reden, in einer hat ein "tío" erzaehlt, dass er frueher 10 Bolivianos die Woche verdient hat, also ca. 1 Euro. Sowas ist fuer mich schwer vorstellbar. In solchen Momenten wird einem weder bewusst, welches Glueck man hat, in die Lebensumstaende hineingeboren zu werden, wie wir sie kennen. Und dazu kommen dann die 10.000 Gedanken, wie ungerecht doch diese Welt ist.
Vielleicht halte ich dazu auch noch nen Vortrag, aber hier wuerde das alles zu sehr ausschweifen ;).
Vor dem Essen sollten wir alle aufs Dach gehen, wo ein paar Maedchen ein Feuerwerk organisiert haben und alle "tíos" mit dem Gesicht einmal in die Torte getunkt wurden, wie das hier Brauch ist an Geburtstagen.
Bis auf mein Bauchweh war alles ein gemuetlicher Abend mit leckerem Essen, der sich, nachdem wir wegwaren, anscheinend noch in eine ausgelassene Nacht verwandelt hat.
Alle schienen echt gluecklich zu sein und ich hab mal wieder festgestellt, wie toll es ist, dass es Institutionen wie das Chasqui gibt und dass ich ein Teil davon sein darf.
...die Kueche sah danach wieder aus wie Sau

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