4. November 2011

Zweeenig Mehl!


Mehl gab es die letzten Tage weder in El Alto noch in La Paz zu kaufen. Und warum? Weil jeder meint, vor Todos Santos alles fuer den Privatgebrauch zu Brot verarbeiten zu muessen.
Auch im Projekt haben wir Allerheiligen gefeiert, was mich etwas gewundert hat, da in El Alto so viele Indigenas leben und das eher ein christlicher Brauch ist. Vom 1.November sollen die Seelen unserer verstorbenen Verwandten und Freunde unter uns sein (anscheinend in Form einer Muecke) und am 2.November wieder dorthin zurueckkehren, wo sie jetzt sind. Dass es gerade Muecken sein sollen, find ich etwas traurig, aber ja, dieser Glaube hat sich eben verbreitet ;).
Im Chasqui wurde bis in die Nacht gebacken, damit die 10 Tonnen Brot am nechsten Tag, dem 1.November,  in allen Formen und Variationen schoen auf einem Tisch hergerichtet werden konnten, zwischen Obst und bunten Popcorn. Sinn der Sache ist, soweit ich das verstanden habe, fuer die Verstorbenen eine Art Festmahl (und eben ganz viel Brot) zu bereiten und die Dinge zu essen, die sie gemocht haben. Da das bei 40 Leuten aus dem Chasqui etwas schwierig wird, wurde in einem riesen Topf fuer alle gekocht und alles sollte aufgegessen werden (ich hab meinen Teller leider nicht geschafft...). Meine sehr glaeubige Gastfamilie hat den Tag uebrigens nicht gefeiert, gegessen haben wir aber trotzdem sehr lecker ;)
Nebenbei wurde dem Chasqui an dem Tag innen auch nochmal ein bisschen Farbe verpasst und ich konnte mich in der Turnhalle mal wieder kreativ verausgaben :) Vielleicht fange ich hier noch nen Kurs in der Richtung an, aber ich hab sowieso schon so viel vor...

Ich melde mich bald wieder,
eure Nathy

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