10. Oktober 2011

Das wahrscheinlich bunteste Haus El Altos

So, das jetzt nicht mehr ganz so chaotisch ist, kann ich mal ueber meine Arbeit schreiben.
Das Centro de Comunicación Cultural Chasqui gibt es seit 1988 und ist seit 2001 eine NGO. Wer Spanisch versteht, kann sich hier ein bisschen was durchlesen:http://centrochasqui.blogspot.com/
...nicht ganz aktuell, aber das Hauptanliegen hat sich nicht geaendert.
...und hier koennt ihr gerne mal kurz "Gefaellt mir" druecken :) http://de-de.facebook.com/pages/Chasqui/211692668849909Das Tolle im Chasqui ist, dass ausser Johannes und mir noch andere Jugendliche dort arbeiten, die meisten auch freiwillig. Ansonsten gibt es noch an die 10 Erwachsenen.
Und es ist wirklich eines der wenigen Haeuser, das von aussen ein bisschen farbig ist. Letztes Jahr haben sich ein paar Leute an der Aussenwand verkuenstelt (schade, dass ich da nicht dabei war :P )

Das Chasqui


Mein Arbeitstag faengt um 9.00 Uhr an, davor gibts immer Erdbeermarmeladenbroetchen zum Fruehstueck - nicht gerade abwechslungsreich aber besser als das Mittagessen ;) Von 12 bis 14.30 ist Pause und wenns klappt kochen wir dann im Projekt, weil es in den Restaurants seeehr oft Reis mit einer Kartoffel und nem Stueck Fleisch gibt, ohne Sosse und (fast) nicht gewuerzt. Kulinarische Koestlichkeiten hab ich hier komischerweise noch nicht entdeckt, wobei ich auch nicht verstehe, warum sie so oft dasselbe essen, wenn sie doch so viele Moeglichkeiten haben. Wenn wir ins Restaurant gehen, ess ich immer nur die Suppe, weil es abends in der Familie auch nochmal warmes Essen gibt. Das schmeckt dann vergleichsweise echt gut.
Mittlerweile hab ich meinen mehr oder weniger geregelten Stundenplan (Spontanitaet steht im Chasqui an der Tagesordnung) und ich konnte meinen Geigenunterricht anfangen - juhu! Das Instrument hat mir ziemlich gefehlt und es ist scheon zu wissen, dass hier so viele Interesse daran haben (30 Leute zu unterrichten wird ein bisschen schwierig... :D Aber vllt schaff ich es, einige wieder abzuschrecken mit dem Argument, dass das alles ein bisschen mit Mathe zu tun hat. Das ist hier naemlich anscheinend genauso beliebt wie bei uns...)
Das werde ich DO und FR machen, ansonsten unterstuetze ich morgens die Hausaufgabenhilfe, was manchmal schwierig wird, wenn man nicht genau weiss, was die Kinder aufhaben. Ausserdem sind die ja nicht bloed und merken, dass "profe" Nathalie auch nicht alles versteht und man kommt sich dann schon ein bisschen ver*rscht vor, aber so langsam durchschau ich sie ein bisschen :P Und wenn sie motzen, dass sie alles fertig machen muessen, weiss ich, dass auf das Schmollen am naechsten Tag wieder eine liebevolle Begruessung mit Umarmung folgt ;)
 Mittags arbeite ich mit noch kleineren Kindern zusammen, wir machen Aufgaben, malen oder spielen. Die sind auch weitaus einfacher zu betreuen :D
Dienstags helfe ich in der Comunicación (bzw. halte mich dort auf, mehr kann man das noch nicht nennen). Hier ueben die Kinder das Sprechen, indem sie aufgenommen werden oder wir organisieren Veranstaltungen  wie ein Theater-Festival am Samstag.
Mittwochs haben Johannes und ich es geschafft, Englischunterricht an einer Schule zu organisieren und spaeter gebe ich noch Nachhilfe in Englisch, was mir sehr Spass macht, weil meine "Schuelerin" und ich uns gut verstehen.
Ganz so genau kann ich meinen Stundenplan aber wie gesagt nicht nehmen, weil immer mal wieder ploetzlich was anderes wichtiger sein kann.
Es stimmt schon, man muss hier viel Eigeninitiative ergreifen und ein paar mal nachfragen, um was in die Gaenge zu kriegen, aber am Ende ist man stolz, was Neues eingebracht zu haben.
Da ich jetzt sozusagen meinen Platz hier gefunden habe, bin ich zufrieden und mit dem Spanisch klappts auch gut -was man nicht sagen kann oder versteht, kann man umschreiben.
Was mir noch ein bisschen fehlt ist das Weggehen - hier oben in El Alto gibt es fast nichts und nach dem Feiern in La Paz muss ich alleine mit dem Taxi wieder hochfahren, was ich auch eher vermeiden will... Um die Ecke wohnt aber eine andere Freiwillige, die auch mal in La Paz uebernachten kann und das macht das Ganze ein bisschen einfacher.
Ich hoff, dass ich uebers Nachtleben bald auch ein bisschen mehr berichten kann. In La Paz gibts sogar nen Dubstep-Schuppen :)) Mal schauen, wann ichs da mal hinschaff...
Wer sich uebrigens ein bisschen wie in Bolivien fuehlen will, sollte sich die taegliche Dosis dieses Liedes reinziehen - irgendwo hoert man das immer:
Und wer mir mal was schreiben oder schicken will, dann an diese Adresse - ich freu mich ueber Post :)
Nathalie Walter Cooperación Alemana Servicio de Voluntarios GIZ Casilla 3-35180 La Paz Bolivia Regalo Geschenk

4 Kommentare:

  1. Die Idee etwas Farbe in die öde Landschaft von El Alto einzubringen finde ich toll. Es gibt bestimmt noch genügend Objekte (vielleicht auch die inneren Räumlichkeiten) die man u.a. wohnlicher gestalten könnte. Also ran an die Farben ! Deinen wöchentlichen Ablauf finde ich spannend und abwechslungsreich. Weiter so !!!

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  2. Meine Liebe, ich kann leider nich mehr sagen als:
    Ich vermiss dich so sehr, dass mein Herz blutet! und ich bin neidisch auf die Schulkinder, weil sie so ne tolle Lehrerin haben! :D
    Nee, ernsthaft :) Du machst das bestimmt ganz super und ich finds voll interessant immer zu lesen was du so erlebst :) Also immer schön weiter Blog schreiben bitte! :)
    Dickes Herz nach Bolivien <3

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  3. Hola Nathy, gefällt mir gut!
    In Zeile 12 unter dem bunten Haus ist irgendwas verloren gegangen, schau´s mal an ;-)
    Das Lied ist prima, klingt nach Bolivien, ohne daß man das Land kennt!

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  4. hört sich echt spitze und interessant an Nathi.
    ich stimme Layla zu, die Kinder sind zu beneiden..:D.
    Mach weiter so und verbreite in Bolivien genau so gute Stimmung wie dus hier gemacht hast. :)
    Step ein bisschen für mich mit wenn du mal in "Dubstep-Schuppen" gehst. ;)

    Viele Grüße meinerseits noch nach Bolivien....Flow

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